Seit 1990 setzt Rijkswaterstaat (Teil des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft) SIVAK ein, ein Simulationssystem zur Analyse des Schiffsverkehrs an Schleusen, engen Wasserstraßen und anderen Wasserstraßeninfrastrukturen. Es kann unter anderem dazu verwendet werden, Risiken in Extremsituationen auf der Wasserstraße zu untersuchen. Vor kurzem wurde SIVAK von Systems Navigator, Witteveen+Bos und MARIN in modernster objektorientierter Simulationssoftware (SIMIO) neu entwickelt. Das Simio-Modell arbeitet nahtlos mit der SAAS-Plattform Scenario Navigator von Systems Navigator zusammen und ermöglicht es Rijkswaterstaat, SIVAK als webbasierte Lösung zu betreiben, die den Nutzern von jedem beliebigen Standort aus zur Verfügung steht, einschließlich der Ausführung von Simulationsmodellen, Animationen, Szenario-Management, KPI-Berichterstattung, Fehlersuche, Dokumentation und Szenario-Vergleiche.
SIVAK ist ein Simulationssystem, das von Rijkswaterstaat seit 1990 eingesetzt wird, um die Schiffsabfertigung an Schleusen, engen Wasserstraßen und anderen Wasserstraßeninfrastrukturen zu analysieren. Das System berücksichtigt die Auswirkungen der Verkehrszusammensetzung und des Verkehrsflusses, der Betriebsstrategie und der Verkehrssteuerung usw. Typische Ergebnisse dieses Modells sind Visualisierungen zu Wartezeiten, Auslastung der Wasserstraßen, Wartekosten für verschiedene Schiffstypen pro Wasserstraßenabschnitt. Die Modellberechnungen bilden eine wichtige Grundlage für den MIRT (niederländischer Mehrjahresplan für Infrastruktur, Raumplanung und Verkehr), um künftige Engpässe zu erkennen und zu vermeiden, und werden auch bei der Entwicklung einer neuen Infrastruktur angewendet.
Das alte SIVAK wurde in der Programmiersprache PROSIM erstellt, die nicht mehr unterstützt wird. Die Wartung und Weiterentwicklung des Tools wurde aufgrund seines Designs und seiner technischen Ausführung zu einer Herausforderung. Da Rijkswaterstaat sich sehr auf dieses Tool verlässt, suchte man nach einem neuen und moderneren Tool, das die Möglichkeiten des Unternehmens erweitern könnte. Die größte Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, die Konzepte und Ideen, die in der Vergangenheit in SIVAK entwickelt wurden, in die neueste objektorientierte Simulationssoftware zu übertragen. Der neue Modellaufbau in Simio bietet viele Möglichkeiten zur Verbesserung des Entwurfs, der Modellerzeugung und der Population und macht SIVAK zu einem hochmodernen Simulator. Das Simio-Modell arbeitet nahtlos mit der Scenario Navigator SAAS-Plattform von Systems Navigator zusammen und ermöglicht es Rijkswaterstaat, SIVAK als webbasierte Lösung zu betreiben, die den Benutzern von jedem Standort aus zur Verfügung steht, einschließlich der Ausführung von Simulationsmodellen, Animationen, Szenario-Management, KPI-Berichten, Debugging, Dokumentation und Szenario-Vergleichen.
Die traditionelle Methode zur Entwicklung von Simulationsmodellen ist die Wasserfallmethode, die mit Entwurf, Erstellung, Test und anschließender Dokumentation beginnt. Für das neue SIVAK wurde stattdessen die agile Entwicklungsmethode angewandt, was zu einer engen Zusammenarbeit während des Projekts und einem hohen Engagement aller Beteiligten führte.
Um die Fähigkeiten von SIVAK anderen Simulationspraktikern zu demonstrieren, wird eine typische Fallstudie zu einem bestehenden Schleusenkomplex in den Niederlanden vorgestellt, der aus mehreren Schleusenkammern besteht und von einer Kombination aus Handels- und Freizeitschiffen genutzt wird.
Rijkswaterstaat beabsichtigt, SIVAK noch mindestens 28 Jahre lang zu nutzen. In der kommenden Zeit wird SIVAK um neue Funktionen für die Netzplanung, die KPI-Berichterstattung, Ergebnisvergleiche und das Schleusenmanagement erweitert werden. Da es sich bei SIVAK um ein generisches Modell handelt, das im Internet eingesetzt wird, wird es internationalen Nutzern zur Verfügung stehen, um sie bei der Entwicklung und Verwaltung von Wassernetzen auf der ganzen Welt zu unterstützen.
Rijkswaterstaat ist Teil des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft und zuständig für die Planung, den Bau, das Management und die Instandhaltung der wichtigsten Wasserinfrastruktureinrichtungen in den Niederlanden. Das niederländische Wasserstraßennetz und die Wassersysteme bestehen aus über 300 Schleusen, über 1.000 Brücken und über 500 Häfen und gelten als das komplexeste Wassertransportsystem der Welt.
Systems Navigator ist ein unabhängiges Beratungsunternehmen mit Sitz in Delft, Niederlande. Systems Navigator ist spezialisiert auf den Entwurf, die Entwicklung und die Implementierung von Planungs-, Entscheidungsunterstützungs- und digitalen Zwillingslösungen auf der Grundlage von Operations Research Technologie. Unser Fachwissen beruht sowohl auf dem Einsatz von diskreter Ereignissimulation als auch auf der Optimierung von Modellen zur Entscheidungsunterstützung, die die zukünftige Systemleistung vorhersagen können. Darüber hinaus können digitale Zwillingssysteme für die betriebliche Entscheidungsfindung und/oder die Planung und/oder Terminierung eingesetzt werden. Systems Navigator hat mehr als 250 Simulationsprojekte erfolgreich durchgeführt und sich dabei auf Kapazitätsstudien im Hafenbetrieb und auf Wasserstraßen spezialisiert.