Gartners "Application Strategies & Solutions Summit" 2019 beleuchtete die Herausforderungen, mit denen Hersteller in einer Welt konfrontiert sind, die von der Fertigungsindustrie immer mehr Verantwortung verlangt. Zu den diskutierten Herausforderungen gehörten die Notwendigkeit, das Umsatzwachstum zu steigern, eine größere Agilität mit bestehenden Fertigungsprozessen und -ressourcen zu ermöglichen und mehr Wert aus den Betriebsdaten zu ziehen. Auf der Konferenz wurde der digitale Zwilling als leistungsstarkes Instrument zur Lösung der komplexen Probleme hervorgehoben, mit denen die Fertigungsindustrie heute konfrontiert ist und in Zukunft konfrontiert werden dürfte.
Digitale Zwillinge sind exakte Spiegelbilder von physischen Prozessen und Abläufen. Der digitale Zwilling bildet eine cyber-physische Umgebung mit physischen Fertigungsprozessen, in der ein Datentransfer von der Produktionsstätte zum digitalen Zwilling möglich ist. Die virtuelle Umgebung wird anhand der Daten modelliert, die von den Fertigungsprozessen und der IIoT- und Edge-Hardware in einer Fertigungsanlage erfasst werden.
Die virtuelle Plattform, die ein digitaler Zwilling bietet, ist die perfekte Umgebung für die Beantwortung von "Was-wäre-wenn"-Fragen und die Bewertung verschiedener Szenarien, die Folgendes umfassen:
Hersteller können "Was-wäre-wenn"-Fragen beantworten, z. B. wie die Hinzufügung weiterer Anlagen den Durchsatz verbessert, oder Analysen darüber erstellen, wie Produktionspläne optimiert werden können, um die prognostizierte Nachfrage zu erfüllen.
Die Fähigkeit des digitalen Zwillings, Fertigungsprozesse zu optimieren und Unternehmen bei agilen Planungsinitiativen zu unterstützen, ist der Grund, warum 75% der Hersteller beabsichtigen, den digitalen Zwilling in ihre Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Microsofts Bestreben, der Fertigungsindustrie die Vorteile der Digital-Twin-Technologie zu vermitteln, hat zur Veröffentlichung eines EBooks geführt, in dem mehrere Anwendungsfälle erörtert werden, in denen Digital-Twin-Technologien innovative Strategien verbessert und die agile Planung unterstützt haben. In diesem EBook mit dem Titel 'Enhance Innovation and Agility with Digital Twins' wird die Anwendung von Simio Software zur Entwicklung eines digitalen Zwillings erörtert, der den Durchsatz erhöht und die Betriebskosten senkt. Die Fallstudie konzentriert sich auf einen großen Erstausrüster (OEM), der Roboter, Automatisierungshardware und schwere elektrische Geräte herstellt.
Der OEM kämpfte mit der Planung seiner komplexen Fertigungsprozesse, der Verbesserung der Material- und Ressourcennutzung und der Reduzierung der Fertigungskosten. Die vielschichtigen Fertigungsabläufe des OEMs erschwerten die Visualisierung der werksweiten Abläufe, um optimierte Gesamtproduktionspläne zur Deckung der schwankenden Nachfrage zu erstellen.
Der OEM nahm die Hilfe des digitalen Zwillings in Anspruch, um seine betrieblichen Herausforderungen zu lösen. Mit Hilfe von Simio Software erstellte der Hersteller einen digitalen Zwilling seines gesamten Fertigungsprozesses, um die Auswirkungen von Beschränkungen wie erhöhter Kundennachfrage und Materialverfügbarkeit auf sein Produktionssystem zu bewerten.
Der Implementierungsprozess des digitalen Zwillings bestand aus drei Hauptschritten. Diese Schritte waren: die digitale Modellierung der Anlagen und Abläufe des Werks, die Datenerfassung und -verdichtung von Sensoren im Werk und dem SAP-System sowie die Einrichtung wichtiger Überwachungssysteme zur Optimierung des Produktionsablaufs.
Während des Zeitraums, der der Datenerfassung und der Implementierung der Simio Digital Twin Technologie gewidmet war, verzeichnete der OEM kontinuierliche Verbesserungen seiner Fertigungsprozesse. Das Ergebnis war ein optimierter Fertigungs- und Produktionsplan, der zu einem erheblichen ROI führte und die Zeitspanne bis zur Markteinführung für den OEM verkürzte.
Der digitale Zwilling unterstützte den OEM bei der autonomen Planung jeder Aufgabe innerhalb seiner Fertigungsanlage und bei der Analyse von Fertigungseinschränkungen, die sich auf die Betriebsabläufe der Anlage auswirken. Der Hersteller war auch in der Lage, die Auswirkungen zusätzlicher Nachfrage zu bewerten, um einfach und sicher schneller auf Kosten und Zeitrahmen für wettbewerbsfähige Angebote zu reagieren.
Die Visualisierungsfunktionen von Simio Software gewährleisteten dem OEM einen Einblick in jeden Aspekt seiner Abläufe, von der Anlagenplanung über den Produktionsprozess bis hin zum Versand.